Rheinfeiern 2010

Wer in letzter Zeit mal Pro7 geguckt hat, ist sicher schon durch den Werbespot auf die Veranstaltung aufmerksam geworden: In Köln kann man an Silvester "Rheinfeiern". Im RheinEnergieStadion steigt dann nämlich ein sicherlich grooviges und hoppig-poppiges Konzert der Extraklasse: Die Fantastischen Vier werden spielen, im Gepäck haben sie noch ein Symphonie Orchester. Auch Clueso & Band werden da sein, und bestimmt ordentlich Stimmung machen.

Hingehen lohnt sich auf alle Fälle. Ich kann mich eigentlich gar nicht entscheiden, welche der beiden Bands ich toller finde. Mein Lieblingssong von Clueso ist auf jeden Fall "Chicago". Darin geht es um eine junge Frau, drogenabhängig, vermutlich eine Prostituierte, die davon träumt, irgendwann mal nach Chicago auszuwandern. Meine Lieblingszeilen daraus kommen ganz am Schluß des Liedes:

"...und diesmal ist sie nicht gekommen, Vielleicht hat sie es nicht gepackt. Nur eine kleine Nachricht ist alles was sie hinterlassen hat: Ich komm nie mehr - Ich bin in Chicago, in Chicago. Irgendwo wo mich keiner kennt oh-oh. Ich komm nie mehr ich bin in Chicago, in Chicago. Dort wo niemand, niemand meinen Namen nennt oh-oh..."

Jedesmal, wenn ich das Lied und speziell diese Zeilen am Schluß höre, bekomme ich eine kleine Gänsehaut. Irgendwie ist es schön und schrecklich zugleich, wie man eine so harte Thematik in einem so luftig-leichten, charttauglichen Popsong verpacken kann.

Wie gesagt, zum "Rheinfeiern" zu gehen, lohnt sich bestimmt - wegen diesem und wegen vieler anderer Songs. Einziges "Manko" an der Veranstaltung ist, dass die Tickets 48 € aufwärts kosten. Aber man kann ja auch an dem Gewinnspiel bei Festivalhopper teilnehmen und auf eine der drei Karten hoffen, die dort verlost werden. So wie ich mit diesem Artikel. ;-)

Montag, den 14. Dezember 2009 12:18


Willy Wonka wäre wohl neidisch - 38. Internationale Süßwarenmesse in Köln

Blog von mawhonic :Meine kleine Welt, Willy Wonka wäre wohl neidisch - 38. Internationale Süßwarenmesse in Köln

Der Aufzug, der mich zum Pressecenter der Köln Messe führt, ist zwar nicht gläsern und durchsichtig wie der des exentrischen Multimillionärs Willy Wonka in dem Film "Charlie und die Schokoladenfabrik". Ein überwältigendes Gefühl ist es trotzdem, dass sich mir nun, ähnlich wie dem kleinen Charlie aus Tim Burtons Hollywoodstreifen, Türen öffnen sollen, die den "Normalos" sonst streng verschlossen bleiben.

Die Rede ist von der 38. internationalen Süßwarenmesse ISM, auf der in diesen Tagen 1.675 Aussteller aus 70 verschiedenen Ländern ihre süßen Innovationen vorstellen. Normalerweise ist das Vergnügen nur einem ausgewählten Fachpublikum aus Groß- und Außenhandel zugänglich, aber mit meinem Jugendpresseausweis ist eine Akkreditierung kein Problem.

Beim Betreten der ersten Messehalle bin ich entzückt von der bunten Vielfalt: Hier strahlt mir ein kreatives Gebilde aus jeder Menge Lampen und kunstvoll gestapelten Mozartkugeln entgegen, dort ragen einige meterhohe durchsichtige Säulen empor, mit bunten Bonbons oder Pralinen gefüllt, und ein paar Stände weiter grinst mich ein im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüßer Winnie the Pooh aus Marzipan an. Da drüben werden frische Karamelwaffeln zubereitet und an die Messebesucher verteilt. Und Schokobrunnen gibt es hier en masse - einer schöner und größer als der andere.

An manchen Stellen weisen Schilder ausdrücklich darauf hin, dass die Warenproben nur für den Handel bestimmt seien. Aber mindestens genau so oft kommt es vor, dass mich eine junge Dame ein mit Leckereien gefülltes Tablett reicht und mich mit freundlichem Lächeln auffordert: "Greifen Sie zu!" oder "Bedienen Sie sich!" An (fast) jeder Ecke kann also nach Herzenslust genascht und mitgenommen werden - das erinnert mich ebenfalls an die bekannte Farbik aus dem Kinderfilm. Eine weitere Parallele: Auch auf der ISM bekommt der Besucher einige Naschereien geboten, die wirklich ungewöhnlich und neu sind. So wäre ein Herr Wonka sicherlich neidisch, wenn er sehen könnte, auf was für kreative Ideen einige der Hersteller hier gekommen sind: Da gibt es zum Beispiel die handliche Zuckerwatte aus dem Becher, Schokolade mit einem sehr intensiven, auf der Zunge prickelnden Chili-Meersalz-Geschmack,für die Weihnachtszeit essbaren Schnee aus Oblatenteig und Spekolatius-Botaufschrich aus dem Glas, Schokoküsse mit Erdbeer-, Kokos- und Bananengeschmack, oder, oder, oder...

Ein Hersteller aus dem Münsterland fällt mit einer sehr interessanten Idee auf: Seine bunt bemalten Eier mit echter Natur-Eierschale sind mit Nougat, Mousse au Chocolat oder Haselnusscreme gefüllt. Hierzu werden die Eier erst ausgeblasen und dann mit ihrer neuen Füllung versüßt. Eine eher "fein-herbe" Geschmackskomposition verspricht hingegen ein Hersteller aus Kulmbach, der seine neuen "Bier-Trüffel" vorstellt. Und passend zum australischen Dschungel-TV-Spektakel sind auch täuschend echte Fruchtgummispinnen im Sortiment.

Nur die Umpa-Lumpas vermisst man irgendwie: Jene kleinen und etwas gemeinen Wesen, die in der Schokoladenfabrik stets ein Spottlied und eine Bestrafung für denjenigen bereithalten, der bei der Nascherei zu gierig ist. Schade eigenbtlich - denn nach dem zweiundzwanzigsten Schokoladenstückchen und dem fünfzehnten Lutschbonbon könnte ich schon mal allmählich jemanden brauchen, der mich vom weiteren Probieren abhält. Obwohl: Ein schlechtes Gewissen brauche ich ja beim Naschen ohnehin nicht mehr haben - zumindest dann, wenn ich mich nur an den Leckereien mit Bio-Zertifikat erfreue. Die sind dieses Jahr nämlich besonders im Trend, erstmals wird auf der ISM dieses Jahr auch eine so genannte "Bio-Straße" präsentiert. "Wellness, Fitness und Gesundheit", so heißt es in einer Pressemitteilung der Köln Messe, "sind ebenso große und wichtige Themen in der Süßwarenwirtschaft". Genuss ganz ohne Reue also, das ist die Message, mit der sich die Branche hier präsentiert - Aber ob ich die nun glauben soll?

Wenn es auf der ISM jemanden gibt, der Willy Wonka ähnelt, dann ist das definitiv Thomas Gottschalk, der am Eröffnungstag höchstpersönlich beim Haribo-Stand vorbeischaut, um eine neue Weingummi-Kreation, den "Hans Wurst", der dem Firmenchef Hans Riegel aus Bonn (junior) nachempfunden ist, vorzustellen: Eine markante Frisur, schrille Kleidung, eine lange Nase und eine auffällige Stimme, die er quasi pausenlos zum Herumalbern einsetzt. Die Ähnlichkeiten zwischen Thommy und dem Schokoladenfabrikbesitzer sind schon erstaunlich. Nur der Hut fehlt, ansonsten stimmt alles.

Herr Gottschalk ist übrigens nicht das einzige prominente Gesicht auf der Messe: Auch Nationalspieler Lukas Podolski lässt es sich nicht nehmen, persönlich die neue EM-Prinzenrolle zu präsentieren. Nachdem er sich von Radio und Fernsehen interviewen lassen hat, schreibt Prinz Poldi noch Autogramme. Eine große Menschentraube versammelt sich um den Bayern-Kicker. Wer jetzt jedoch laute Fangesänge und "Lu-Lu-Lu-Lukas Podolski"-Rufe erwartet hat, der wird enttäuscht: Die Autogrammstunde verläuft eher ruhig und unspektakulär. Vermutlich sind einfach zu viele Anzugträger anwesend. Nur ein junger Mann jubelt einmal kurz: "Podolskiiiii!", und wird dafür auch prompt von seinem Idol belohnt, der ihm einen handsignierten Fußball zuwirft.

Ein ereignissreicher Tag auf der ISM neigt sich allmählich seinem Ende zu. Mit gefüllten Taschen und gefülltem Magen verlasse ich das bonbonbunte Paradies. Insgesamt bin ich rundum glücklich und zufrieden. Genauso muss sich wohl auch der kleine Charlie am Ende des Films gefühlt haben, denke ich mir auf dem Nachhauseweg.

Samstag, den 02. Februar 2008 12:32



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